06.05.2020

Ich kam, ich sah, ich hätte verkostet…

Willi Hirsch - Sommelier-Ikone und Maitre d`hotel im Romantikhotel "Die Krone von Lech"

Nach langen Jahren der Sommelier-Tätigkeit in der Spitzen-Gastronomie am Arlberg und der
Tätigkeit als Sommelier-Ausbildner am WIFI-Vorarlberg ist die VIEVINUM zu einem Fixtermin für Weinfreunde geworden, wo man dabei sein muss.
Ob Kenner, Experten, Fachleute, Journalisten, Sommeliers und Winzer, hier trifft sich alles was irgendwie mit Wein zu tun hat, so ist es in regelmäßigen Abständen ein Treffen unter vielen Freunden.
So ist es ratsam, sich schon vor Besuch dieser Veranstaltung ein so genanntes Besuchsprogramm zu machen. Dabei sind natürlich ganz individuelle, verschiedene Gründe verantwortlich.
Aus einer langen Liste der Vorbereitung hätte ich aber auf jeden Fall diese drei Weingüter besucht:

Weingut JORDAN aus Groß-Reipersdorf bei Pulkau im Weinviertel
Schon die Eltern Anni und Karl der heutigen Winzerin Simone mit Ehemann Hannes, kenne ich über 25 Jahre. In dieser langen Zeit ist eine wunderbare Freundschaft entstanden und ich durfte miterleben, wie sich die Jordans Jahr für Jahr weiterentwickelt haben. Die Weine waren immer gut, regional- und Jahrgangstypisch und mit vollem Einsatz, Können und Freude gemacht. Der heutigen Zeit angepasst, haben vor wenigen Jahren Simone und Hannes den Betrieb übernommen und produzieren heute ihre Weinlinie mit großem Erfolg weiter. Besonders stolz macht mich, dass ich mich beim oft blinden bewerten der Jordan-Weine nie getäuscht habe und stets die hohe Qualität der Weine lange vor jeder Auszeichnung erkannt habe. Die frühere Österreichische Bundes-Weinkönigin Simone ist mit ihrem charmant-freundlichem Auftreten auch ein Blickfang in jeder Hinsicht.
So werde ich bei nächster Gelegenheit die Familie am Weingut besuchen und den Jahrgang 2019 näher kennen lernen.

Das Weingut NETZL aus Göttlesbrunn im Carnuntum wäre mein unbedingter nächster Besuch. Seit Göttlesbrunn und Carnuntum derartig gute Weine produziert, kenne ich die Familie Netzl. Dieses Weingut war auch das Erste, dass ich in diesem Weinbaugebiet besucht habe. Vom ersten Moment an war für mich die freundliche, menschliche und herzliche Art der ganzen Familie ungewöhnlich und unvergesslich – und genau so wie diese Familie sind ihre Weine. Qualitäten von hohem und höchsten Niveau vom finessenreichen, gehaltvollen Weißwein, über den belebenden, charmanten Rosé, bis zu den Rebsortentypischen, extrakt- und körperreichen, eleganten Rotweinen – einer besser wie der andere, natürlich je nach Vorliebe und Geschmack des jeweiligen Weinfreundes und Genießers.
Es ist immer wieder ein besonderes Erlebnis, Christine und Franz Netzl zu treffen, mit ihnen ihre Weine zu probieren, darüber zu reden, ein wenig zu scherzen und einfach ihre Gesellschaft zu genießen. Weinempfehlungen und Weinverkauf ist Vertrauenssache, das wird bei den Netzls mehr als deutlich und so freue ich mich auf jedes Treffen mit ihnen.

Mein dritter unbedingter Besuch würde Marietta und Robert KERINGER aus Mönchhof im Burgenland gelten. Seit der junge Robert vor inzwischen etwa 15 Jahren den Betrieb übernommen hat, habe ich sein Vorhaben „ausschließlich hochwertige, außergewöhnliche Weine“ erzeugen zu wollen, ständig aufmerksam verfolgt und bin ständig aufs Neue überrascht worden. Robert Keringer zählt für mich zu den innovativsten Winzern in Österreich, der immer wieder eigene Wege geht, ständig für Überraschungen sorgt und dabei riesige Erfolge feiert. Man hat bei ihm das Gefühl, was er beginnt wird erfolgreich – ein Paradebeispiel ist der „Massiv White“ 2017, ein absoluter Top-Weißwein von internationalem Format. Auch beim Rotwein spricht man von Besonderheiten – vom Reinsortigen „100 Days“ verschiedener Rebsorten bis zum „Massiv Top“ Rotwein
Cuvée 2015 – alles aromareiche, vollmundige, körperreiche und elegante Weine von beeindruckender Klasse. Die nationalen und internationalen Auszeichnungen, die Robert Keringer bisher erreicht hat sind einzigartig in ihrem Umfang und spornen ihn weiter an, den Weinfreunden auch in Zukunft große Weinerlebnisse zu bereiten. Sich mit Robert über seine Tätigkeit zu unterhalten ist immer wieder ein großes Erlebnis und daher für mich ein Pflichttermin bei jeder Gelegenheit.

Die Auswahl an Top-Winzern mit allen ihren speziellen Weinqualitäten im Rahmen der
VIEVINUM ist eine mehr als große Aufgabe und in der vorgegebenen Messezeit gar nicht möglich, alle für einem interessanten Weingüter zu treffen und zu besuchen.
Und doch ist es alle zwei Jahre eine neue, willkommene Herausforderung.

In diesem Sinne freue ich mich auf die nächste VIEVINUM mit allen ihren Höhepunkten dieser großen Weinmesse.